Ein Eichhörnichen auf Wanderschaft

Publisher: 
Place: 
Zürich
Year: 
2011

The novel Gangandi íkorni (1987), translated to German by Gert Kreutzer. With illustrations by Laura Junt.

Read about the novel (in German) on Walde+Graf Verlag's website.

From the book:

Traumsonnen wecken mich, einen Augenblick bin ich im Zweifel, ob ich mich in dieser oder in der anderen Welt befinde, die Deckenlampe hilft mir auf die Sprünge; wie eine riesige Spinne windet sie sich zu mir herab. Schnurgerade. Ich erinnere mich plötzlich, dass dieses Zimmer der Wohnraum gleich neben dem Treppenhaus ist. Auf der anderen Seite schlafen Björg und August, hinter dem Fenster mit den Sackleinenvorhängen. Aus dem spärlichen Licht, das durch mein eigenes Fenster dringt, schließe ich, dass die äußere Sonne sich heute fernhalten wird. Ich atme unwillkürlich auf und murmele ein paar Fluchworte. Da erinnere ich mich an Axla-Björn und seine Schattenwelt. Beeile mich, die Wand das Echo zurückwerfen zu lassen: nei der Sonne fluchen, nei der Sonne fluchen, nie fluchen, nie.

Auf einem ausgesägten Sperrholzregal über dem Kopfende liegen drei handbreite Bände der Biographie Tryggvi Gunnarssons. Ich finde, dass ich ihn von der Rückseite der Banknoten gut genug kenne, und ich mag diese schweren Bücher nicht. Fürchte im Stillen, sie könnten eines Nachts, während das Heugenbläse in trügerischer Stille am Scheunenfenster brummt, auf die Idee kommen, mir auf den Kopf zu fallen und einmalige Träume zu zerschlagen. Aber Björg will sie dort haben. Da sind sie am rechten Platz, sagt sie. Mir ist nicht ganz klar, was sie damit meint, aber dabei bleibt es.

(7-8)